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Alkohol: Keine Entwarnung      [TOP]

Das berühmte MONICA-Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt nun, was sich nicht mehr verheimlichen läßt: Der regelmäßige Konsum von alkoholischen Getränken senkt das Risiko eines Herzinfarktes deutlich. Der Effekt trat allerdings nur bei den Männern auf, die mindestens 5 Tage pro Woche ein bis vier "Drinks" zu sich nahmen. Bei Frauen genügten ein bis zwei Gläschen. Wer sich am Wochenende "vollaufen" läßt, um auf seine Alkoholmenge zu kommen, hat außer einem Kater nichts erreicht. Trotz der beträchtlichen gesundheitlichen Vorteile bei regelmäßigem Konsum warnen die Autoren aus sozialen Gründen vor Alkohol. (British Medical Journal 1997/314/S. 1159-1164)

      
Lachs: Problem Mischehe      [TOP]

Zwischen 200.000 und 650.000 Zuchtlachse desertieren jährlich aus norwegischen Lachsfarmen, 1990 waren es gar 4 Millionen. Hungrige Seehunde, Stürme oder schlechte Wartung sorgen für löchrige Käfige. Flüchten die Fische in Flüsse, treffen sie dort auf Wildlachse und kreuzen sich mit ihnen. In Norwegen fürchtet man nun um die Existenz der Wildlachse, da der Nachwuchs aus dieser unerwünschten Verbindung in Freiheit nicht mehr überlebenstüchtig sein könnte. Bevor die Laichzeit beginnt, fischen die Lachsfarmer mit kleinen Keschern einen Teil der Deserteure einzeln aus den Flüssen heraus. (National Geographic 1997/April/Earth Almanac)

      
Richtig säen: Himmelsrichtung beachten      [TOP]

Zuckerrüben, die in Nord-Süd-Richtung gesät werden, bringen zehn Prozent höhere Erträge als Ost-West-Rüben, fand ein englisch-ungarisches Forscherteam heraus. Der Grund dafür ist wenig esoterisch: Durch die Nord-Süd-Ausrichtung wird der Boden zwischen den Pflanzen vom vorherrschenden Nordwind gekühlt, so daß die Rüben besser gedeihen. Bei Ost-West-Ausrichtung ist die Erde etwa ein Grad wärmer, die Pflanzen entwickeln mehr Blattmasse, die Verdunstung steigt, und es kommt eher zu Wassermangel. Der Einfluß der Himmelsrichtung macht sich vor allem in trockenen Jahren bemerkbar. (DLG-Mitteilungen 1997/H.5/S.62)

      
Ökolandbau: Mit 1000 Volt gegen Unkraut      [TOP]

Wo Hacke und chemische Keule versagen, ist eine neue Unkrautvernichtungs-Technologie sächsischer Ökobauern erfolgreich: ein mit Trafo und Generator ausgerüsteter Traktor. Gezielt erhält die unverwüstliche Ackerkratzdistel einen tödlichen Stromschlag mit einer Spannung von 1000 Volt! Dabei fließen bis zu 0,1 Ampere in die Wurzeln allen Übels. Die Erfinder glauben, daß die Methode „gut im ökologischen Landbau eingesetzt werden kann". Leider fehlt die entscheidende Frage nach der ökologischen Unbedenklichkeit der Stromstöße für Regenwürmer, Springschwänze oder Engerlinge. (Ökologie & Landbau 1997/102/S.15-16)

      
Rückstände: 300 Jahre Dioxin      [TOP]

Wissenschaftler fanden polychlorierte Dibenzo-p-Dioxine und Dibenzofurane (PCDD/F) im Sedimentgestein von vier Schwarzwälder Seen. Erstaunlich: Das giftige Sediment stammt aus dem 17. Jahrhundert - PCDD/F-Quellen wie Müllverbrennungsanlagen oder die Produktion von Chorphenolen gab es damals noch gar nicht. Als Ursache vermuten die Forscher atmosphärische Belastungen durch die damalige Produktion von Holzkohle oder das Schmelzen von Erzen. (Environmental Science & Technology 1997/31/S.806-811)

      
Viehtransporte: fehlende Papiere und überladen      [TOP]

Aufmerksame Gartenfreunde wissen es längst: Tagetesblümchen schützen Rosen, Gemüse- und Erdbeerbeete vor Würmern (Nematoden), die der intensiven Landwirtschaft zunehmend zu schaffen machen. Gifte gegen Nematoden sind in Deutschland nicht zugelassen, die chemische und thermische Bodenentseuchung ist nicht nur teuer, sondern ruiniert auch das Bodenleben. Die billigste und wirksamste Methode ist der Anbau von Tagetes. Bereits nach 3 Monaten sinkt der Befall um 70 bis 95 %. Besonders erfreulich: Die Wirkung hält mindestens 3 Jahre vor. Nach der Ursache wird noch gesucht. (Gesunde Pflanzen 1997/49/S.111-118)



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