| Gentechnik: Alternative zur chemischen Keule |
|---|
| Estruch, JJ et al: Transgenic plants: An emerging approach to pest control. Nature Biotechnology 1997/15/S.137-141 Noch immer richten Parasiten wie Rüsselkäfer, Maiszünsler und Kartoffelkäfer Schäden in Millionenhöhe an: Bis zu 30 % der Mais-, Kartoffel-, Baumwoll- und Tabak-Ernten werden weltweit durch Schädlinge vernichtet - trotz des Einsatzes von Insektiziden. Mit Hilfe der Gentechnik ist es jedoch möglich, den Plagegeistern Einhalt zu gebieten: Anfang der 80er Jahre entstanden auf den Reißbrettern der Gen-Ingenieure Kulturpflanzen mit insektiziden Genen. Diese Gene stammen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt), das über 96 verschiedene Proteine mit toxischen Eigenschaften produzieren kann. Dabei handelt es sich um Endotoxine, die sich an die Darmzellen von Schädlingen heften und diese zerstören. Es gelang, diese Gene zu lokalisieren, herauszutrennen und über einen Boten, ein Agrobakterium, in Kulturpflanzen einzuschleusen. Der Gentransfer Bakterium - Pflanze war erfolgreich und wurde in den 90er Jahren mit guten Resultaten in Feldversuchen getestet. Um der Gefahr einer Resistenzentwicklung zu begegnen, ist nun eine zweite Generation von Gentechnik-Insektiziden auf dem Vormarsch: In tropischen Pflanzenextrakten und Nährlösungen bestimmter Bacillus-Arten schlummern Endotoxine und Enzyme mit insektiziden Eigenschaften. Ein Transfer der entsprechenden Gene in die Pflanzen gelang zwar noch nicht, ist aber absehbar. Anmerkung: Bt-Endotoxine werden seit langem erfolgreich im ökologischen Landbau eingesetzt. Da es sich um (kaum charakterisierte) Mixturen von Endotoxinen handelt, sind Resistenzentwicklungen offenbar bisher ausgeblieben. Andererseits erreicht das gleichmäßige Versprühen des Mittels auf dem Acker auch Insektenarten, die nicht als Schädlinge auf Kulturpflanzen wirken. |
| © Copyright 1997 by EU.L.E. |
|---|