[BACK] [BACK WIDE] [HOME] [FORWARD]Die heitere Seite des Vitamin B1: extrovertiert durch Mangel[EU.L.E. HOME]

Heseker, H et al: Psychische Veränderungen als Frühzeichen einer suboptimalen Vitaminversorgung.
Ernährungs-Umschau 1990/37/S.87-94

Die Autoren rekrutierten gut 1.000 junge Erwachsene, weil diese als schlecht mit Vitaminen versorgt gelten, unterzogen sie etwa einstündigen psychologischen Tests und korrelierten die Ergebnisse mit denen der Blutuntersuchungen (Vitamine A, E, B1, B2, B6, B12, C, Folsäure). In die "Mangelgruppe" kam, wessen Blutwerte unterhalb der 5er Perzentile aller Meßwerte lagen. Es folgte eine achtwöchige Supplementierung, bei der etwa die Hälfte der Probanden ein Placebo, die anderen ein Multivitaminpräparat erhielten. Danach wurden die Blutuntersuchung und die psychologischen Tests wiederholt.

Etwas enttäuscht vermelden die Autoren, daß "für die Mangelgruppe nur auf einer geringen Anzahl psychometrischer Skalen signifikant ungünstigere Befunde" zu verzeichnen waren. Dennoch schließen sie, daß eine unzureichende Vitaminbedarfsdeckung unmittelbar „mit einem verminderten Wohlbefinden ... einer erhöhten emotionalen Gereiztheit ... und einem gesteigerten Angstempfinden" einhergeht. Langfristig werde ein Vitamindefizit "von erhöhter Nervosität und Depressivität sowie größerer Extraversion begleitet".

Die Tests im Anschluß an die Supplementierung zeigten bei keinem der psychometrischen Befunde eine Verbesserung. Unter Einbeziehung der Ausgangsversorgungslage habe man dann aber doch Effekte gefunden, bei Folsäure, Vitamin C "und in eingeschränktem Maße bei Thiamin". Die Daten dazu werden leider nicht mitgeteilt.



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