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Heute möchten wir unseren Lesern ein weiteres Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirates vorstellen, Herrn Univ.-Prof. Dr. phil. Mag. pharm. Heinrich P. Koch, zuletzt Abteilungsleiter am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Wien.

Heinrich Paul Koch, geboren 1931 in Preßburg, kam 1945 nach Niederösterreich und studierte an der Universität Wien Pharmazie (1950 - 1955). Nach der Sponsion zum Magister der Pharmazie, wie der Studienabschluß in Österreich heißt, begann er seine Dissertation bei Prof. Pirsch, die er 1960 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß. 1964 arbeitete er als Postdoktorand bei Prof. Whalley an der School of Pharmacy der Universität London. 1968 folgte die Habilitation für Pharmazeutische Chemie an der Universität Wien und 1972 die Umhabilitierung für Pharmazeutische Chemie und Biopharmazie an die Bonner Universität.

Der Wiener Universität ist Prof. Koch seit dem Studium treu geblieben, auch wenn er zwischenzeitlich andernorts gearbeitet hat: Von der wissenschaftlichen Hilfskraft (1955) kletterte er die Karriereleiter empor zum Assistenten (1959), Oberassistenten (1965) und Universitäts-Dozenten (1970). Daran schloß sich eine dreijährige Tätigkeit als Forschungsdirektor bei Dr. Madaus & Co. in Köln (1970 - 1973) an sowie ein Ruf an das College of Pharmacy der Universität Cincinnati in Ohio (1979), wo er bis heute liest. Dort arbeitete er zunächst als Visiting Professor (1979), dann als Adjunct Associated Professor für Biopharmazie und Pharmakokinetik (1982) und seit 1985 als Full Professor. Seit 1986 ist er außerordentlicher Universitäts-Professor an der Wiener Universität, seit 1996 emeritiert.

Galt Prof. Kochs Interesse zunächst der synthetischen organischen Chemie, so wendete er sich bald der Arzneimittelforschung zu. Er entwickelte die Präparate Endomid®, Taglutimid (INN), Noreximid (INN) und Norendimid (INN). Im Rahmen seiner pharmakotoxikologischen Arbeiten konnte er den Wirkungsmechanismus von Thalidomid (Contergan/R)) aufklären. Als Biopharmazeut und Pharmakokinetiker erarbeitete er das Resotest(R)-System, den sogenannten "gläsernen Magen", mit dem Medikamente in vitro getestet werden können.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Phytotherapie. Hier hat er sich vor allem als Knoblauch-Experte einen Namen gemacht (s.a. EU.L.E.N-SPIEGEL 1996/H.6/S.7) und arbeitete u.a. über die Wirkungsweisen von Silymarin und Flavonoiden. Darüber hinaus entwickelte er Alternativen zu Tierversuchen, wie den Kresse- und den Hefe-Test. Schließlich befaßte sich Prof. Koch auch mit Pharmaziegeschichte und anderen historischen Arbeiten.

Die Publikationsliste von Heinrich P. Koch umfaßt bis jetzt rund 200 wissenschaftliche Originalarbeiten, 70 Fortschrittsberichte, Übersichtsartikel und Buchbeiträge. Darüber hinaus hat er 8 Bücher geschrieben, z.B. über Knoblauch, Chlorophyll, Ganzheitsmedizin und traditionelle chinesiche Medizin. Sein rühriger Erfindergeist hat Prof. Koch außerdem 25 Patente eingebracht.

Prof. Koch wurde mehr als 100 mal als Referent zu wissenschaftlichen Kongressen eingeladen, im europäischen In- und Ausland ebenso wie in Nordamerika und Ostasien. Er ist Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften und Editorial Boards, z.B. „Pharmacy International" und "International Pharmacy Journal" in England, "Drugs of Today", "Drugs of the Future" und "Methods and Findings in Experimental and Clinical Pharmacology" in Spanien, sowie "International Pharmacy Reviews" in Kanada. Sein wissenschaftliches Wirken wurde u.a. mit einer Mitgliedschaft in der New York Academy of Sciences und der Rho-Chi Pharmaceutical Honor Society (USA) gewürdigt sowie mit Preisen der Felix-Wankel-Stiftung (1975), der Ernst-Scheurich- (1985), der Harry-Auterhoff- (1986) und der Ilse-Richter-Tierschutz-Stiftung (1993).

Im vergangenen Jahr ging Prof. Koch in den Ruhestand. Daß es ihm langweilig wird, ist nicht zu befürchten, denn er befaßt sich beispielsweise mit Geographie, Philosophie, Mythologie und Geschichte, speziell Religions- und Wissenschaftsgeschichte. Zudem ist er reisefreudig und hat außer Australien schon alle Kontinente besucht. Wir wünschen Prof. Koch Gesundheit und noch viele interessante Reisen, sei es in die Geschichte oder in die Natur.



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